30 May 2008

Interview: Straßenfotografie im deutschsprachigen Raum – Teil 2

Posted by PF at 6:15 ...

This is part two of ten short interviews with Street Photographers from Germany and Austria. Part two features the photographers Robert Engelhardt, Elisabeth Schuh, Rudi Meisel, Christian Reister and Andreas Herzau. Part one of the interviews is available here.

© Robert Engelhardt


06. Robert Engelhardt, *1979, lebt in Berlin

Peter F.: Wie ist Dein Selbstverständnis als Straßenfotograf? Was fasziniert Dich an der Straßenfotografie und was unterscheidet die Straßenfotografie von anderen Richtungen in der Fotografie?

Robert Engelhardt: Straßenfotografie oder das fotografieren in der Öffentlichkeit, hat sich für mich über verschiedene Schaffenszyklen weitreichend aufgelöst und meine Ebene des Sehens immer mehr fokussiert. Waren es am Anfang eher banal und plakative Szenen der Straße, so sind es heute die Details der Umwelt, die mit ihren klaren Gegebenheiten und einer ästhetischen Anmut in mir eine kindliche Aufmerksamkeit wecken. In diese Details fügt sich der Mensch oft nur als Statist in ein Konstrukt ein, welches er selbst geschaffen hat. Mit meiner Studie „A couple of uninteresting things“ versuche ich in die Welt des Übersehens, in die Welt der Blindheit aus Gewohnheit und des Realisieren der Sehfähigkeit im gesamten vorzustoßen.

Und dennoch, in mir steckt auch der Trieb eines Dokumentars, der mich auf interessante und bewegende Ereignisse hierzulande oder in andere Länder zieht. Bewege ich mich zum einen fotografisch bewusst, löse ich mich zum anderen beim dokumentieren der jeweiligen Ereignisse regelrecht in der Situation auf. Und dabei ist es mir wichtig ein Teil des Ereignis, des Geschehnis zu werde, um so unabhängig und nah wie möglich zu dokumentieren.

Fotografie ist für mich ein Mittel, um mich beim Leben für den Sinn des Sehens zu bedanken, für den ich täglich dankbar bin. Die Leidenschaft meine Motive auf der Straße zu suchen, ergibt sich aus meinem Drang mit allen Sinnen meine Umwelt wahrnehmen und erleben zu wollen. Die Kamera macht letztendlich sichtbar, was ich erlebe, wenn ich diesem Drang nachgehe. Aus dieser Grundeinstellung heraus fällt es mir schwer Vergleiche zwischen den einzelnen Fotografierichtungen zuziehen, da ich Fotografie eher als Ganzes wahrnehme und nicht als ein Medium mit Unterteilungen.

Peter F.: Straßenfotografie kennt man überwiegend aus Metropolen wie z. B. New York City. Gibt es eine deutsche Straßenfotografie und wie wird die Straßenfotografie in Deutschland wahrgenommen?

Robert Engelhardt: Ich bin mir nicht sicher ob es notwenig ist, Straßenfotografie länderabhängig zu kategorisieren. Ich kenne jedenfalls keinen, der sich mal in indischer, russischer oder amerikanischer Straßenfotografie versuchen wollte. Die Fotografie, explizit das Fotografieren in der Öffentlichkeit, sehe ich so frei wie das Sehen selbst. Zweifellos ist es so, dass es in jedem Land kulturelle, gesellschaftliche und geografische Unterschiede gibt, die es mehr oder minder ermöglichen in der Öffentlichkeit zu fotografieren. Jedoch ist es ohne Probleme möglich in Deutschland und auch in anderen Ländern Fotos wie in New York zu machen.

Wie es hierzulande mit der Wahrnehmung und dem Stellenwert der Straßenfotografie aussieht, kann ich nur schwer beurteilen. Ich glaube aber, dass die Straßenfotografie oft im Sperrfeuer der Kontroverse um das Persönlichkeitsrecht steht, wo durch sich die Sinnhaftigkeit von Straßenfotografien nur schwer vermitteln lässt. Jedoch glaube ich auch, dass Straßenfotografie als solches seine Anerkennung findet, da die großen Fotografien des letzten Jahrhunderts ohne Zweifel eine Magie versprühen, die an den wenigsten Menschen spurlos vorüber zieht. Demnach wird es wohl immer eine Gradwanderung bleiben in der Öffentlichkeit zu fotografieren.

Peter F.: Wie siehst Du die Zukunft der Straßenfotografie, auch in Hinsicht auf die immer schwierigere rechtliche Situation? Ist die Straßenfotografie eher ein statischer Klassiker oder eine sich immer weiter entwickelnde, eigenständige Sichtweise in der Fotografie?

Robert Engelhardt: Ich denke, so lange der Mensch existiert und die Fotografie mit dem Menschen eine akzeptierte Konstante bildet, so lange wird auch die Straßenfotografie aus verschiedenen menschlichen Blickwinkeln dokumentieren wie sich die Welt verändert und weiter dreht.

© Elisabeth Schuh


07. Elisabeth Schuh, *1972, lebt in Wien

Peter F.: Wie ist Dein Selbstverständnis als Straßenfotograf? Was fasziniert Dich an der Straßenfotografie und was unterscheidet die Straßenfotografie von anderen Richtungen in der Fotografie?

Elisabeth Schuh: Ich sehe die Straßenfotografie als jene Richtung, die den Fotografen am meisten herausfordert. Die Kunst ist es, Situationen und Zusammenhänge zu erkennen und sehr schnell zu reagieren. Wenn der Moment vorbei ist, dann ist er für immer vorbei. Eine zweite Chance gibt es bei der Straßenfotografie nicht. Abgesehen davon spornt mich die Suche nach dem Surrealen und Skurrilen des Alltags immer wieder neu an. Für mich sind die Streifzüge mit der Kamera durch die Stadt die spannendste Sache überhaupt, weil man nie weiß, was passieren wird. Und man nimmt durch die Kamera die eigene Umwelt viel bewusster wahr.

Peter F.: Straßenfotografie kennt man überwiegend aus Metropolen wie New York City. Gibt es eine österreichische Straßenfotografie? Welchen Stellenwert hat Straßenfotografie in Österreich und wie wird Straßenfotografie dort wahrgenommen?

Elisabeth Schuh: Auch Wien kann an manchen Tagen New York sein, wenn das Licht stimmt. Der Ort spielt letztendlich keine Rolle. Es gibt insofern eine österreichische bzw. deutsche Straßenfotografie, als es eine Gruppe von Personen gibt, die diese Richtung sehr engagiert betreibt und mehr oder weniger in Kontakt ist.
Ich persönlich denke aber nicht, dass Straßenfotografie hier in Österreich als eigene Stilrichtung wahrgenommen wird. Die Menschen können eher mit Begriffen wie “Reisefotografie” oder “Reportage” etwas anfangen. Richtungen, die sicherlich viele Berührungspunkte zur Straßenfotografie haben, denen man aber mehr Berechtigung einräumt, weil es um große Ereignisse und besondere Orte geht. Oder um außergewöhnliche Menschen. Wir dagegen halten “nur” den scheinbar banalen Alltag fest.

Peter F.: Wie siehst Du die Zukunft der Straßenfotografie, auch in Hinsicht auf die immer schwierigere rechtliche Situation? Ist die Straßenfotografie eher ein statischer Klassiker oder eine sich immer weiter entwickelnde, eigenständige Sichtweise in der Fotografie?

Elisabeth Schuh: Straßenfotografie kann insofern nie statisch sein, als auch unsere Umwelt nicht statisch ist: Gesellschaftliche Entwicklungen, Modetrends, städtebauliche Veränderungen spiegeln sich in den Fotos wider. Diese Einflüsse auszublenden und klassisch-zeitlose Aufnahmen zu machen ist gar nicht so einfach. Hin und wieder ist mir unbewusst so ein Foto gelungen. Es hat für mich etwas Magisches, wenn man nicht weiß ob eine Aufnahme gestern oder vor 30 Jahren entstanden ist.

© Rudi Meisel


08. Rudi Meisel, *1949, lebt in Berlin

Peter F.: Wie ist Dein Selbstverständnis als Straßenfotograf? Was fasziniert Dich an der Straßenfotografie und was unterscheidet die Straßenfotografie von anderen Richtungen in der Fotografie?

Rudi Meisel: Portrait-, Reportage-, Architektur-, Landschafts-, Sport-, Theater-, Mode- und Materialfotografie, also jedes Genre der Fotografie ist in Form, Technik und Anwendung von eigenem Charakter und Erfahrung.
Die Straßenfotografie ist für mich faszinierend unvorhersehbar. Ich erkunde, entdecke und staune gerne, lasse mich locken und treiben, habe Zeit – vielleicht wie ein Kind. Ich finde, besser noch: sammele meine Bilder. Mich interessieren Menschen, und davon Bilder zu machen mit Zeit- und Lokalkolorit, also in erkennbarer Stadt und Zeit. Diese Fotos erzählen von meinen Begegnungen

Peter F.: Straßenfotografie kennt man überwiegend aus Metropolen wie New York City. Gibt es eine deutsche Straßenfotografie? Welchen Stellenwert hat Straßenfotografie in Deutschland und wie wird Straßenfotografie hier wahrgenommen?

Rudi Meisel: William Klein, Gary Winogrand, Robert Frank und Ellen Levitt fallen uns Fotografen zum Thema Straßenfotografie sofort ein, aber auch Heinrich Zille, Friedrich Seidenstücker, Willy Römer, Fritz Eschen und Klaus Lehnartz haben Menschen und Zeiten beispielsweise auf den Straßen Berlins seit über hundert Jahren fotografiert.
Diese Fotografien bilden die Vorstellungswelt des Alltags für die Erzählungen unserer Eltern und Großeltern, für die jüngere Geschichte und für große Romane.

Peter F.: Wie siehst Du die Zukunft der Straßenfotografie, auch in Hinsicht auf die immer schwierigere rechtliche Situation? Ist die Straßenfotografie eher ein statischer Klassiker oder eine sich immer weiter entwickelnde, eigenständige Sichtweise in der Fotografie?

Rudi Meisel: Weniger der Blick auf den öffentlichen Raum als Inhalt und Art der Aufführungen des Alltags verändern sich und bilden mit früherer Straßenfotografie ein eigenes kulturelles Gedächtnis.
Meine Beobachtung ist, dass Menschen gerne diese Straßenfotografien ansehen und dabei Orten, Zeiten und Verhältnissen nachspüren; nur wollen oft dieselben Leute bei solchen Bildern heute keine Rolle spielen, und wehren sich bisweilen mit anwaltlichen Unterlassungsbegehren. Schade nur für nachfolgende Generationen.

© Christian Reister, New York 2007


09. Christian Reister, *1972, lebt in Berlin

Peter F.: Wie ist Dein Selbstverständnis als Straßenfotograf? Was fasziniert Dich an der Straßenfotografie und was unterscheidet die Straßenfotografie von anderen Richtungen in der Fotografie?

Christian Reister: Wenn ich meine Arbeit selbst mit dem Begriff “Straßenfotografie”
beschreibe, geschieht das hauptsächlich deshalb, weil so eine Schublade recht brauchbar ist, wenn man versucht, die Arbeit irgendwo grob einzuordnen und den Leuten erklären will, was man da macht. Der Begriff ist aber sehr dehnbar und stimmt bei mir auch nur zum Teil – schon allein deshalb, weil ein Foto, das in einem Aufzug, an einem Swimmingpool oder in einem Zoo entstanden ist, ja genau genommen schon gar keine “Straßen”-Fotografie mehr sein kann.

Der Begriff meint für mich, dass die Motive im öffentlichen Raum gefunden wurden und nicht inszeniert sind. Die Beobachtungen sind meist sehr spontan und nicht planbar. Dieses nicht planbare, die totale Abhängigkeit vom Zufall unterscheidet die Straßenfotografie von Genres, wo mit viel Konzept, Vorarbeit und technischem Aufwand gearbeitet wird. Bei mir kommt hinzu, dass ich eine eher distanziertere Herangehensweise habe und als Fotograf nicht eingreife. Wenn eine Person mitbekommt, dass sie fotografiert wird, ist das Foto für mich nicht mehr interessant.
Ich suche den “unschuldigen” Moment, wo der Mensch ganz bei sich ist. Es geht darum, kleine Fetzen Leben einzufangen, die als Foto funktionieren.

Peter F.: Straßenfotografie kennt man überwiegend aus Metropolen wie New York City. Gibt es eine deutsche Straßenfotografie? Welchen Stellenwert hat Straßenfotografie in Deutschland und wie wird Straßenfotografie hier wahrgenommen?

Christian Reister: Mit Heinrich Zille haben wir ja schon mal einen ganz guten Vertreter der frühen deutschen Straßenfotografie… Berlin war vor dem 2. Weltkrieg ein weltweit bedeutendes fotografisches Zentrum, in der Berliner Illustrirten Zeitung haben von Cartier-Bresson bis ‘Schlagmichtot’ alle veröffentlicht, die Rang und Namen hatten.
In sofern könnte man nicht sagen, dass es hier eine weniger augeprägte Tradition gäbe. Auch wenn deutsche oder auch europäische Fotografie allgemein heute meist zuerst mit Konzeptkunst als mit Straßenfotografie in Verbindung gebracht wird.

Peter F.: Wie siehst Du die Zukunft der Straßenfotografie, auch in Hinsicht auf die immer schwierigere rechtliche Situation? Ist die Straßenfotografie eher ein statischer Klassiker oder eine sich immer weiter entwickelnde, eigenständige Sichtweise in der Fotografie?

Christian Reister: Die Straßenfotografie per se ist genauso wenig ein statischer Klassiker wie Mode- oder Reportagefotografie. Sie hat sich ja auch in der Vergangenheit stetig entwickelt. Technische Veränderungen und Veränderungen in den publizistischen Möglichkeiten hat es immer gegeben und wird es (erfreulicherweise) immer geben. Und das wichtigste: der Mensch – der fotografierte sowie der fotografierende – verändert sich auch permanent. Da mache ich mir wenig Sorgen um Stagnation.

© Andreas Herzau, aus der Serie Moscow! Hello!, 2008


10. Andreas Herzau, *1962, lebt in Hamburg

Peter F.: Wie ist Dein Selbstverständnis als Straßenfotograf? Was fasziniert Dich an der Straßenfotografie und was unterscheidet die Straßenfotografie von anderen Richtungen in der Fotografie?

Andreas Herzau: Als erstes muss ich gestehen, es macht mir unheimlich viel Spaß. Im Unterschied zu den anderen Sujets, die ich vor allem durch meine angewandte Fotografie bearbeite, wie Reportage oder Portraits, ist der Prozess des Fotografierens vollkommen anders: Wenn ich durch die Strassen laufe, sehe ich eine Szene, ein Detail oder gar eine komische Situation, die mich dazu verführt diese zu fotografieren. Ich suche also nicht die Bilder, sondern diese finden mich. Die Arbeit besteht nicht im Fotografieren, sondern im Fühlen, Sehen, Laufen, Warten und dem sinnlichen Erfassen von Situationen und Stimmungen.

Es ist für mich ein wunderbarer Ausgleich zu all den gedachten und dann gemachten Bildern und es ist für mich nach wie vor eine lustvolle Schulung des Sehens, wenn es einem gelingt in all dem Gewusel und dem vorherrschend Alltäglichen, die Muster rechtzeitig zu erkennen und ein Bild zu machen, welches inhaltlich und formal auf den Punkt ist.

Dies ist ein großer Teil dessen, was mich an Straßenfotografie fasziniert. Es kommt dazu, dass die Straße eine Bühne ist, auf der das jeweils zeitgemäße gesellschaftliche Stück gegeben wird, welches auch die gesellschaftlichen Verhältnisse widerspiegelt. Man trifft auf fast alle gesellschaftlichen Schichten, ausgenommen die Eliten, die den Trottoir nicht mehr betreten müssen, da sie in fast vollkommener Privatheit leben können. Und da sich meine Fotografie überwiegend mit den gesellschaftlichen Realitäten beschäftigt, sehe ich hier – auf der Strasse – ein perfektes Untersuchungsfeld.

Peter F.: Straßenfotografie kennt man überwiegend aus Metropolen wie New York City. Gibt es eine deutsche Straßenfotografie? Welchen Stellenwert hat Straßenfotografie in Deutschland und wie wird Straßenfotografie hier wahrgenommen?

Andreas Herzau: Straßenfotografen gibt es in Deutschland nur wenige. Und von diesen setzt sich auch nur ein geringer Teil mit Deutschland auseinander. Was verständlich ist, da eine fremde Umgebung meist mehr Reiz ausübt und scheinbar ergiebiger ist. Zudem muss man es sich auch leisten können, diese „Disziplin“ auszuüben, da diese sehr zeitaufwendig und wenig lukrativ im pekuniären Sinne ist. Fast immer arbeitet man im eigenen Auftrag – und das sind wie wir alle wissen, die schwierigsten Aufträge.

Straßenfotografie ist in Deutschland nur attraktiv, wenn es bei dem Abgebildeten nicht um Deutschland handelt und wenn es in der Regel Aufnahmen sind, die nicht in den letzten 20 Jahren entstanden sind, sondern davor. Erst eine historische Betrachtungsweise macht dann aus dem Alltäglichen das Sensationelle.
In der Rezeption oder auch in der medialen Verwertung, fehlt der Straßenfotografie das eindeutige Verkaufsargument. Diese Art der Bilder verlangen eine hohe Aufmerksamkeit beim Betrachter, ein Grundinteresse an Bildern und am Alltäglichen. Und die zwei Hauptargumente für Straßenfotografie: gute Bilder und der Bericht aus dem Alltäglichen, reichen heute oft nicht mehr aus, um auf dem regulären Bildermarkt wahrgenommen oder gar veröffentlicht zu werden. Daher ist es auch besser, wenn man bei diesem Sujet von vorneherein nicht um eine Verwertung buhlt, sondern sein eigener Auftraggeber bleibt.

Peter F.: Wie siehst Du die Zukunft der Straßenfotografie, auch in Hinsicht auf die immer schwierigere rechtliche Situation? Ist die Straßenfotografie eher ein statischer Klassiker oder eine sich immer weiter entwickelnde, eigenständige Sichtweise in der Fotografie?

Andreas Herzau: Ich selbst sehe mich da als ein Stück Zukunft und ich merke auch, dass das Interesse daran wieder zunimmt (siehe dieses Interview). Was vor allem auch daran liegt, dass Fotografie jenseits der bedruckten Seiten irgendwelcher Magazine wieder zunimmt.

Natürlich ist Streetphotography ein Klassiker, da die Grundvoraussetzungen ja nach wie vor die gleichen sind, wie in den letzten Hundert Jahren: man muss auf die Strasse, man muss die hohe soziale Kompetenz erlernen zu erkennen, was geht und was nicht, man muss die Hürde überwinden, das Klischee wegzulassen, auch wenn es erstmal süffig daherkommt, man muss warten und beobachten können… und man muss schnell sein und binnen kürzester Zeit Bilder gestalten, bei denen in der Regel keine Wiederholung möglich ist.

Gleichzeitig gibt und gab es immer Weiterentwicklungen weltweit, auch in Deutschland. Ob das nun Bruce Gilden in New York war oder Beat Streuli aus der Schweiz, Lorca diCorcia in den USA oder schon in den 70er Jahren in Deutschland Gabriele und Helmut Nothhelfer.
Für mich gibt es die Entwicklung, dass ich mich vom perfekt gedrechselten Einzelbild wegbewege, hin zu einer Fragmentierung der Bilder. Ich würde sagen hin zum Abstrakten. Gleichzeitig komponiere ich meine Bildstrecken nicht mehr aus Einzelbildern, sondern als Serien, die in ihrer Gesamtheit dann beim Betrachter/in eher ein Gefühl oder Geschmack, denn ein einzelnes Bild zurücklassen.

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3 Response

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    Stefan R.

    via website

    30 May 2008

    Thank you Peter, it was interesting.

  2. Comment without gravatar

    Kay von Aspern

    via website

    31 May 2008

    Peter, thank you too. For me it was interesting too reading the different statements. All articles together give a welldone overview about streetphotography and the differing directions, orientations and conceptions.

    Best wishes, Kay

  3. Comment without gravatar

    Lothar Seifert

    via website

    16 Jan 2009

    Hallo, danke für die Veröffentlichungen dieses Interviews. Es ist sehr interessant, hier zu lesen und eröffnet für mich neue Einsichten.
    Selbst fotografiere ich viel in Nepal und auch Indien und versuche aber immer, trotz dem Elend und Schmutz nette Momente einzufangen. Sonst käme ich mir eher wie ein Spanner vor.

    Viel Freude am knipsen wünscht Lothar