
Ich liebe die britische Dokumentarfotografie und ganz besonders die der späten 80er Jahre. Das Klima der Insel scheint eine abstruse Mischung von Schroffheit und Herzlichkeit zu begünstigen, wie man sie sonst nur schwerlich findet.
Bücher die einem in den Sinn kommen sind Martin Parrs “The Last Resort” (1986), Paul Grahams “Beyond Caring” (1986) und natürlich auch Nick Waplingtons berühmtes “Living Room” (1991).
Weniger bekannt, aber mindestens genauso schön, ist Paul Reas’ “I Can Help” (1988).
Paul Reas wirft einen kritischen, aber auch von Empathie geprägten Blick auf die britische Mittelklasse der 80er Jahre. Konsum prägt alle Lebensbreiche: Familien im Supermarkt, neue Einkaufzentren auf der grünen Wiese und Musterhäuser von Neubausiedlungen.
Paul Reas Buch zeigt uns mit viel Herzblut einen vergangenen, naiveren Abschnitt einer Stampede, die immer noch läuft: Kaufen, Marsch, Marsch!
